Bericht vom Vertiefungsgespräch der Verantwortungsgemeinschaft (VG) Coswig-Meißen-Radebeul mit hochrangigen Vertretern des Bischöflichen Ordinariates (BO) Dresden am 13.10.2016 in Coswig

Das BO hatte Anfang des Jahres die zukünftigen Rahmenbedingungen für die finanziellen Schlüsselzuweisungen des BO an jede Pfarrei bzw. VG vorgestellt. Die Steuerungsgruppe und die Kirchenräte (KR) der Pfarreien der VG finden prinzipiell die Rahmenbedingungen für das Schlüsselzuweisungsmodell (Schlüsselbetrag jeweils für Katholikenzahl, Territorium und Immobiliennutzfläche) überschaubar und nachvollziehbar.
Für das Treffen der erweiterten Steuerungsgruppe mit den Vertretern des BO bestand für einige Punkte noch Gesprächsbedarf, so für den pastoralen, personellen, finanziellen Bereich und zu den vorhandenen Immobilien.

  • Auf die Frage, wie das BO sich die ausreichende Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen (Laien) für die mannigfaltigen Aufgaben vorstellt und wie es sich dabei engagiert, wurde geantwortet: Alle, die es benötigen, werden geschult. Vor Ort in Radebeul wird ein Kurs für Laien, die die Wort-Gottes-Feier durchführen, stattfinden.
  • Auf dem Hinweis, dass die Beantragung von Bistumszuschüssen für pastorale Projekte recht kompliziert sei, wurde entgegnet,  dass das BO vorerst keinen Änderungsbedarf sieht.
  • Es folgte der Hinweis, dass die Klärung der rechtlichen Frage für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Pfarrei/VG bei strikter Trennung von Verwaltung und Pastoral noch aussteht. Diese Trennung ist dringend notwendig, denn der Pfarrer kann und soll nicht der Verwalter der Pfarrei/VG sein! Deshalb wird vorgeschlagen, einen Verwaltungsrat mit Handlungsvollmacht in jeder Pfarrei/VG zu etablieren. Das BO antwortete, dass bereits angedacht sei, eine entsprechende Verwaltungsstruktur aufzubauen.
  • Desweiteren wurde darauf hingewiesen, dass die Aufgaben des KR an die Verhältnisse einer VG angepasst werden müssen. Es wurde nach der Struktur eines KR für die VG (Anzahl, Zusammensetzung, Zuständigkeiten) gefragt und der Vorschlag gemacht, den gemeinsamen KR der VG durch ein Wählervotum zu stärken. Das BO erwiderte, der Bischof denkt in etwa ebenso. Der Bischof nimmt die vorgebrachten Vorschläge zur Kenntnis.
  • Es wurde darauf hingewiesen, dass bisher Maßnahmen zur personellen und finanziellen Stärkung der Pfarreien ohne eigenen Pfarrer vor Ort fehlen. Deshalb wurde der Vorschlag gemacht, einen Bistumszuschuss an die Gemeinden ohne Pfarrer zweckgebunden zur Gewährleistung der personellen Besetzung des Pfarrbüros, der Laienaus- und -weiterbildung, der Sicherstellung einer geordneten Verwaltung und der Vergütung der Dienste fremder Hauptamtlicher zu geben. Hierauf gab es vom BO keine konkrete Antwort oder Stellungnahme.
  • Es wurde auf die Diskrepanz hingewiesen, dass von den Gemeinden ein strikter Sparkurs verlangt wird, das BO dagegen die Verwaltung durch Einstellungen aufbläht. Das BO verweist darauf, dass Einstellungen im Bistum erfolgen, damit es arbeitsfähig bleibt, z.Z. sind es Nachbesetzungen für frei gewordene Stellen.
  • Es wurde auf die Forderung aller Pfarreien verwiesen, wie wichtig es ist, das Pfarrbüro mit geeigneten Kräften zu besetzen. Das BO wurde gefragt, was es für die Finanzierung dieser für das Leben einer Gemeinde wichtigen Stellen tun will. Das BO antwortete: Das ständig besetzte Pfarrbüro gehört der Vergangenheit an.
  • Es wurde darauf verwiesen, dass alle Pfarreien angehalten sind, sich strukturell zu verändern. Die Pfarreien nehmen diese Herausforderung auch an! Das BO wurde gefragt, wie es sich eine Stärkung der zukünftigen Einnahmesituation für Pfarreien/VG unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung vorstellt. Die Antwort lautete: Jede Pfarrei/VG muss sich fragen: Was sind die Aufgaben einer Pfarrei/VG? Wofür sind wir als Ortskirche berufen?

Als Fazit des Vertiefungsgespräches kann festgehalten werden:
Es stehen große Aufgaben vor allen Pfarreien im Zuge der Bildung der VG. Alle Gremien, Gruppen, Kreise müssen sich in der VG neu strukturieren.
Unsere primäre Aufgabe ist und bleibt, Gottes Lob zu verkünden und Gottesdienst zu feiern. Dafür brauchen wir die Kirchen und Gemeinderäume und müssen sie erhalten – und dürfen sie nicht aufgeben! Der Bischof muss für den Erhalt der kirchlichen Orte sorgen, das ist seine ureigene Aufgabe.
Es gibt auch verschiedene Bedenken, die noch nicht ausgeräumt sind. Wir müssen aufpassen, uns nicht kaputt zu sparen, weil dann die pastorale Arbeit nicht mehr gemacht werden kann. Denn dann kann es sein, dass wir in ein paar Jahren kein Geld mehr brauchen, weil wir keine Katholiken mehr haben.
Die Pfarreien haben auch bisher keine Erfahrung in der Mittelbeschaffung und in der Immobilienbewirtschaftung. Um das zu schaffen, brauchen wir das BO. Wir brauchen Unterstützung, Beratung und Hilfe vom BO.
Und wir müssen in einen anhaltenden und echten Dialog kommen. Nicht ein “IHR – BO” und “WIR – Pfarrei/VG” sollte den Dialog bestimmen, sondern BO und Pfarreien/VG wollen gemeinsam, dass die Gemeinden leben.
Das BO soll und will dafür die Rahmenbedingungen bieten gemeinsam mit Pfarreien/VG.
Zur Glaubensstärkung und Glaubensbildung haben wir alle die gleichen Ziele. Trotzdem wird die weitere Gestaltung der VG für alle Beteiligten eine große Herausforderung werden.

W. Stammwitz
KR
19.10.2016

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