Verlust gemeinsam bewältigen

Trauercafé startet wieder in Meißen

Zum Leben gehört der Tod. Trotzdem trifft es uns oft unvermittelt und mit aller Härte, wenn ein Verwandter, Freund oder Kollege plötzlich nicht mehr bei uns ist.

Mit dem Trauercafé soll es ab dem 19. April 2017 ein Angebot geben, um einen solchen Verlust gemeinsam zu bewältigen. Die Trauerbegleiterinnen Roswitha Bickhardt und Elke Haubold und weitere Mitarbeiterinnen werden Betroffenen immer am 3. Mittwoch im Monat mit Gesprächen, Rat und Trost zur Seite stehen. Die Initiative geht auf eine Idee von der Meißner Gleichstellungs- und Seniorenbeauftragten Gabriele Richter und Johannes Albrecht von der Diakonie Meißen zurück. Beide sind in ihrem Berufsleben häufig trostsuchenden Menschen begegnet. „Gerade älteren Menschen fehlte oft jemand, der sie auffängt, versteht und in dieser schweren Lebensphase begleitet“, so Gabriele Richter.

In ihrer Arbeit beim Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Caritas ist auch Sibylle Albrecht fast täglich mit den Themen Tod und Trauer konfrontiert: „Oft sind die Angehörigen und Freunde eines Verstorbenen in den ersten Tagen zu eingespannt und beschäftigt, um sich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen, zur Ruhe zu kommen und Gefühle zuzulassen. Erst später, alleine zu Hause, trifft sie dann die Traurigkeit wie ein Schlag.“

In solchen Situationen soll das Trauercafé einen Schutzraum bieten, begleiten und auch Wege aus Einsamkeit und Depression aufzeigen. „Eine Phase der Trauer ist immer ein sehr persönlicher Lebensabschnitt“, so Roswitha Bickhardt, die in der Trinitatiskirchgemeinde als Gemeindepädagogin tätig ist. „Nicht immer kann oder will jeder über sein Leid sprechen. Manchmal tut es gut, gemeinsam zu schweigen oder den Tränen freien Lauf zu lassen. Auch das ist im Trauercafé möglich.“

Genau wie die beiden anderen Trauercafé-Gastgeberinnen kennt auch Elke Haubold die Begegnung mit Krankheit und Verlust. Die Mitarbeiterin einer Arztpraxis absolviert neben dem Beruf eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin. Sie weiß: „Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, zeigt mir, ich bin mit meiner Trauer nicht allein. Da gibt es Menschen, denen geht es genauso.“

Im Trauercafé sind alle Betroffenen mit Ihren Sorgen und Anliegen willkommen.

Trauercafé Meißen, jeden dritten Mittwoch im Monat, 17 bis 19 Uhr, Kinderbibliothek Meißen, Kleinmarkt 5.

Das Trauercafé läuft in Trägerschaft der Stadt Meißen mit freundlicher Unterstützung durch den Caritasverband Meißen, das Diakonische Werk Meißen und die IKK Classic.